Monika & Franz  Keusch  

Meine Eltern sind schon immer geritten. In Ihrer Jugend haben sie in Gössig bei Frau Hofmann lange Wanderausritte genossen. Dabei hat mein Vater, mit dem Vollbluthengst Sultan, die Gruppe der Wallache und meine Mutter, mit der Schimmelstute Zita, die Gruppe der Stuten angeführt. Meine Eltern erzählen heute noch oft von dieser Zeit. Der Hengst hat meinem Vater ziemlich imponiert, weil er so wild war und einen wunderbaren Galopp hinlegte. Die Freiheit beim Reiten und das Gefühl, dass man fliegt fanden meine Eltern immer am Schönsten. Aber auch, dass man die Natur genießen konnte, eins mit dem Pferd war und die Kameradschaft unter den Reitern war ihnen sehr wichtig.

Meine Eltern sind der Meinung, dass man in der Jugend sehr oft unbekümmert oder sogar ein klein wenig leichtsinnig ist  - wenn sie zurückdenken, würden sie wahrscheinlich so manch eine gefährliche Situation vermeiden.

Heute reiten meine Eltern nicht mehr so oft - es geht ihnen nicht mehr um das Reiten alleine, sondern viel mehr um den Kontakt und die Liebe zu den Pferden. Mama verwöhnt unsere Pferde mit leckeren Köstlichkeiten, wie z.Bsp.: Äpfel & Melone in Honig  und vom Papa werden die Mädels mehrmals am Tag frisiert - wie sagt er immer: ,, Ein Schimmel muss weiß sein!" 

Benita und mein Vater haben eine ganz eigene Beziehung zueinander. Wir hatten schon oft das Gefühl, dass Benita in meinem Vater ein Pferd sieht, mit dem sie spielen kann. Deshalb nennen wir meinen Vater auch manchmal ,,schwarzes Pferd". Und wenn Benita meine Mutter sieht, kann man sie kaum mehr halten - die ganze Aufmerksamkeit ist auf meine Mutter und ihre Hände gerichtet.

Es ist die Seelenfreundschaft und Verbundenheit zum Pferd, welche den beiden wichtig ist - denn ein Pferd bemerkt dies und gibt dir dieses Gefühl auch wieder zurück.